Titelschrift: Galgo und Podengo Portugues

 

Über den Galgo

Der Galgo Español

ist der Name des traditionellen Windhundes Spaniens. Die antike Bezeichnung „canis gallicus“ – keltischer Hund – ist zu Galgo zusammengezogen, so dass die Spanier heute jeden Windhund als Galgo bezeichnen und von Galgo español reden, um den spezifisch spanischen Windhund in Abgrenzung zum englischen (Greyhound) oder auch afrikanischen (Sloughi od. Azawakh) zu bezeichnen. Hiermit ist auch schon etwas über den Ursprung der Rasse gesagt: Wie der Greyhound und der Deerhound soll er von den keltischen Stämmen im Zuge der Völkerwanderung noch vor der Zeitenwende in die entsprechenden Landstriche mitgebracht worden sein. Wie er damals ausgesehen hat, lässt sich allerdings nur schwer rekonstruieren, hat man doch nur einige lateinische Texte, die von keltischen Hunden reden. Zumindest ist von schnellen und eleganten Hunden mit rauem und glattem Fell die Rede, die bei der Jagd so beschrieben werden, wie auch heute spanische Hasenjagden im Gelände ablaufen. Im Mittelalter ist vermutlich der Sloughi an der Entwicklung der Rasse beteiligt gewesen, den maurische Herrscher nach Spanien mitgebracht haben werden.

Einige geschichtliche Auszüge von Übersetzungen:

  • Der spanische Galgo war bereits im Mittelalter bekannt. In einem legalen Dokument vom 3.November 1081 wurde bereits ein Besitzerwechsel bekannt in Villacantol von Mayor Guiterez zu Diego Citid für eine hohe Summe von 100 Silbermünzen.
  • Eine andere Quelle konnte gefunden werden im Buch von Alexandre (anfangs 13.Jahrhundert) Schon zu diesen Zeiten war der König begleitet von Galgos.
  • Alfonso der IX hat 1350 unter anderem geschrieben: Es ist die Wahrheit, dass die Spanier solche exzellente Hunde züchten, dass sie praktisch keine Fehler finden.
  • Der Galgo war ein favorisierter Hund und in einem gefunden Dokument in den Archiven von König Aragona, Juan I von Katalunien und Aragona(1387-1395) der als Jäger galt, schrieb: wir wissen das sie einen weissen Galgo haben der gut für die Jagd ist und weil wir das jagen lieben möchten wir anfragen, ob sie uns einen solchen Hund schicken können.

Eine sehr alte Darstellung von Galgos befindet sich in einer Kapelle in Berlanga, Kastilien. Sie stammt aus dem 12.Jahrhundert und zeigt deutlich die hochangesetzten Ohren des westlichen Windhundes. Grafik vom Galgo

Der Galgo heisst in Spanien auch "Lebrel español". In alter Literatur werden auch verschiedene Schläge erwähnt, aufgrund der verschiedenen geographischen Regionen, wie den „Galgo castellan“ aus Kastillien und den „Galgo andaluz“ aus Andalusien.

Ein verhängnisvoller Einschnitt für die Rasse bedeutet aber, dass seit den dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts von reichen Grundbesitzern auch vornehmlich des südlichen Spaniens Greyhounds aus England importiert und hier mit den originalen Galgos verpaart worden sind. Da das kommerzielle Windhundrennen auf Rennbahnen nach englischem Muster beliebt geworden war, sah man in der Einkreuzung von Greyhounds einen Vorteil, da der Greyhound ein Kurzstreckenläufer ist und schneller auf ebenen Strecken läuft. Der Galgo español ist hingegen sehr geeignet, in unebenem Gelände über weite Strecken zu galoppieren. Er ist auch viel weniger verletzungsanfällig.

Wesen:

"Der Galgo hat den Stolz eines Vollblutpferdes und den Tatendrang eines Kindes"

Der Galgo-Español ist ein sanfter, freundlicher Hund, niemals aufdringlich, eher gelegentlich etwas zurückhaltend und vorsichtig. Leider wird das vielfach von Nicht - Kennern der Rasse als "scheu" taxiert. Er ist sehr verträglich mit anderen Hunden und kann nicht als ausgesprochener Einzelgänger bezeichnet werden. Meine Erfahrung zu seinem Wesen kann ich so umschreiben; er hat sehr viel Mimik und ist sehr emotional (habe ich bei noch keiner Rasse, die bei uns in der Familie gelebt hat, beobachtet), er hat aber auch fast immer das letzte Wort! Das heisst, er ist nicht ein Kläffer, aber er redet viel, wenn er was will, wenn ihm etwas nicht passt, aber auch intensiv bei Freude. An das Verhalten zu Fremden musste ich mich umgewöhnen, da die Galgos eben vorsichtig reagieren, nicht vergleichbar mit dem stürmischen Whippet. Was aber auffällig ist, dass sie bei guter Erfahrung mit Fremden dieses Misstrauen mit dem "Erwachsensein" verlieren. Sie können sehr überschwänglich in der Freude sein, wenn sie jemanden kennen und ins Herz geschlossen haben.

Was die Erziehung betrifft, habe ich unterschiedliche Erfahrung gesammelt. Was ich beobachten konnte, dass sie im Junghundalter relativ einfach abzurufen sind, durch ihr "Vorsichtigsein" gegenüber Fremdem, bleiben sie in der Nähe resp. immer Sichtkontakt mit ihrem Besitzer. Das hat Vorteile!

Im Erwachsenenalter gibt es, wie bei jeder anderen Windhundrasse, Folgsame und weniger Folgsame. Es ist sicher wichtig, spätestens im Alter von ca. 10 Monaten sich intensiv mit der Erziehung auseinander zu setzen und eventuell geeignete Kurse zu besuchen.

Kurzbeschrieb zum FCI Standard 1998

Allgemeines Erscheinungsbild:

Windhund von erheblicher Grösse, mittlerem Format, leicht konvexem Profil, länglich in seiner Gestalt, mit lang gezogenem Schädel.

Wichtige Proportionen:

Langgezogener Körper: Die Länge des Körpers ist etwas grösser als die Widerristhöhe. Wesentlich sind vor allem die Proportionen und die funktionelle Übereinstimmung, sowohl im Stand wie auch in der Bewegung.

Der Kopf ist sehr schmal, und der Übergang zum langen Fang zeigt kaum Stopp. Das Profil ist leicht konvex.

Die Augen sind klein, mandelförmig; vorzugsweise dunkel, haselnussfarbig mit ruhigem, sanften und zurückhaltendem Ausdruck.

Das Ohr ist ein grosses, gefaltetes Rosenohr. Bei Aufmerksamkeit sind die Ohren im ersten Drittel halb aufgerichtet mit gefalteten, seitwärts gerichteten Enden.

Der Hals lang und seitlich abgeflacht, stark und beweglich. Schmal beim Kopfansatz, bis zum Rumpfbeginn sich leicht verbreiternd.

Die Oberlinie zeigt einen tiefen Widerrist ohne überladene Schulter und einen Schwung über der Lende, den den Hund leicht überbaut wirken lässt.

Die Höhe der Lende kann im Mittelteil die Höhe des Widerrists übertreffen.

Die Kruppe ist lang, kräftig und sehr schräg. Ihre Neigung zur Horizontalen beträgt mehr als 45°.

Die Unterlinie zeigt einen langen, gleichmässig tiefen Brustkorb, bevor der Bauchaufzug ansetzt. Die Brust ist mächtig und trotzdem nicht sehr tief. Die Rippen sind flach mit weiten Rippenzwischenräumen.

Die Rute ist tief angesetzt und kräftig am Rutenansatz. Sie reicht fast bis zum Boden mit einem seitlichen Haken am Ende. Dieser haken und die Länge wird im Standard als besonders typisches Kennzeichen beschrieben.

Die Rute ist tief angesetzt und kräftig am Rutenansatz. Sie reicht fast bis zum Boden mit einem seitlichen Haken am Ende. Dieser haken und die Länge wird im Standard als besonders typisches Kennzeichen beschrieben.

In der Vorhand zeigt der Galgo auch ein typisches Merkmal; das Schulterblatt soll deutlich kürzer sein als der Oberarm. Der Oberarm ist sehr muskulös, mit freien Ellbogen, obwohl dieser dem Körper eng anliegt.

Die Winklungen sind hinten relativ steil. Der Oberschenkel hat eine optimale Senkrechtstellung (zum Boden). das Sprunggelenk ist sehr ausgeprägt mit stark ausgebildeter Achilles-Sehne.

Die Pfoten sind nicht zu kleine Hasenpfoten.

Von einer gewissen Bedeutung für die Rasse ist die Varianz von glattem und rauem Haarkleid. Letztere Fellform ist sehr selten und wird in Spanien deshalb sehr geschätzt, da sie vorzugsweise dort auftaucht, wo der Einfluss des Greyhounds sehr gering war. Das kurze Haar ist sehr fein und dicht. Die Varietät mit halblangem Rauhaar zeigt eine unterschiedliche Länge der Haare; obwohl die Haare immer gleichmässig über den ganzen Körper verteilt sind, bilden sich ein Oberlippen- und Backenbart, buschige Augenbrauen und ein Haarschopf.

Alle Farben sind zulässig. Die typischen Farben sind in der Reihenfolge ihrer Bevorzugung:

  • Falbfarben und mehr oder weniger dunkel geströmt, gut pigmentiert
  • Schwarz
  • Schwarz gefleckt, hell oder dunkel
  • Dunkel falbfarben
  • Zimtfarben
  • Gelb
  • Rot
  • Weiss
  • Gescheckt

Als nicht erlaubte Farbe bezeichnen spanische Galgo-Züchter: aschgrau, grau und braun. Ist aber im Standard nicht erwähnt.

Grösse (Widerristhöhe):
Rüden 62 bis 70 cm
Hündinnen 60 bis 68 cm Der Galgo

Ein leides Thema ist das Verhalten vieler Spanischen Jäger und – Zigeuner, die vor der Jagdsaison im Herbst Galgos "klauen" bei Züchtern und aus Auffang-Heimen. Das grosse Leid beginnt alljährlich im Februar, wenn die Jagdsaison zu Ende ist, werden die nicht "brauchbaren" Galgos ausgesetzt oder auf missliche Art umgebracht. Viele Tierschützer und Organisationen sind diesbezüglich auf Hilfe von Tierliebhaber angewiesen, um das Elend etwas zu dämpfen.